Handy | PHOTO BLOG | Notizen aus Afrika

Cameroon

Soldat | PHOTO BLOG | Notizen aus Afrika

Cameroon

Im Norden von Kamerun | PHOTO BLOG | Notizen aus Afrika

Diese Diashow benötigt JavaScript.

PHOTO STORIES

Kamerun, 16. Mai 2014. Es zeichnete sich schon früh am Morgen ab, dass die Reise in den Norden von Kamerun spannend werden würde. Auf dem Militärflughafen in Yaoundé wartete unsere Maschine. Die lokale Presse schien heute auch nur ein Thema zu haben: den Vorstoß der Boko-Haram auf Kameruner Territorium. Bereits Monate zuvor wurden die Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze zu Nigeria erhöht. Ich begleitete die katholischen Bischöfe aus dem Süden des Landes in einer Militärmaschine in die Region Extrême-Nord. Etwa 30 Bischöfe sollten dort am nächsten Tag an einer Bischofsweihe im Stadion von Maroua teilnehmen.

Ich selbst kenne die Gegend um Maroua ganz gut. Zwischen 1996 und 2008 war ich in Kamerun im Auftrag meiner Gemeinschaft (Pallottiner) als Schreiner tätig. Das Land war für viele Jahre meine Heimat und die Menschen wurden zu meiner Familie.

Vom Flughafen Maroua-Salak bis ins Hotel gab es am Vorabend der Bischofsweihe noch einen Zwischenstopp: die Christen in der Region Extrême-Nord sollen eine neue Kathedrale erhalten. Auf der Baustelle machten wir Halt. Der emeritierte Erzbischof Christian Wiyghan, Kardinal Tumi aus Douala und die anderen Bischöfe hörten sich an, was der Bauleiter erzählte, und begrüßten den Bau der Kathedrale, den der emeritierte Bischof von Maroua, Philippe Stevens, initiiert hatte. Danach fuhren wir weiter ins Hotel, bei 41 Grad Celsius Außentemperatur gab es noch einen kleinen Imbiss und Getränke. Nur auf die Klimaanlage musste ich in der folgenden Nacht leider verzichten: Mit der Deckenbeleuchtung schaltete man auch die Klimaanlage aus. Pech gehabt.

Am Tag der Weihe feierten etwa 5000 Menschen mit Pallottiner-Pater Bruno Ateba, der nun die Nachfolge von Bischof Stevens antritt. Die fünfstündige Zeremonie wurde stark bewacht. Rundherum patrouillierte das Militär. Noch immer gab es keine Nachricht von den drei vermissten Ordensleuten, die sich seit einiger Zeit in den Händen der Terroristen befanden. Die Anspannung der Sicherheitskräfte war deutlich zu spüren.