Gule Wamkulu

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Einen Tag vor der Einführung des neuen TA (Traditional Authority) in Malomo fuhr ich zu einem der Organisatoren und bat um die Erlaubnis, den Gule Wankulu, den großen Tanz der Chewa, während der Zeremonie fotografieren zu dürfen. Außerdem wollte ich sichergehen, dass alle Autoritäten in Malomo Bescheid wissen, wenn ich, als Nicht-Initiierter in den Kreis der Nyau-Tänzer trete und anfange Bilder zu machen. Die Nyau-Bruderschaft ist eine geheime Gesellschaft von Männern verschiedener Dörfer und wurde als Gegengewicht zur traditionellen matriarchalischen Gesellschaft der Chewa, wo die verheirateten Männer eine eher marginale Rolle spielen, Mitte des 17 Jahrhundert gegründet. Nyau-Mitglieder begleiten auch heute noch junge Männer ins Erwachsenenalter und feiern mit dem großen Tanz, die Integration in die Erwachsenen Gesellschaft am Ende der Einführungszeit. Die Sonne stand schon tief am Horizont als der Gule Wankulu aufgeführt wurde. Ich zwängte mich durch den Kreis der jungen Männer und fing an zu fotografieren. Ich tat einfach so, als wenn ich dazugehören würde und fühlte mich sofort wohl, trotz der vielen Blicke, die Anfangs auf mich gerichtet waren.

Meinungsaustausch

Malawi

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Die Versammlung hat begonnen. Getränke und Brot wird verteilt. Nahezu im Schweigen wird das Brot verzehrt und die Cola, Fanta und das Bier ausgetrunken. Dann, der erste Chef steht auf und beginnt zu reden. – Der Einfluss der Dorfchefs in Malawi ist beträchtlich. Sie bestimmen und sind meistens auch jene, die das Land besitzen. Der Dorf Chef bewahrt den Frieden und gewährt Familien Land, dass sie bebauen dürfen. Im Alter besitzt ein Dorf Chef oft großes Ansehen und in der Tat, im Laufe der Jahrzehnte hat dieser viel Erfahrung angesammelt. – Nichts wird dem Zufall überlassen. Wörter fallen nicht einfach so in die Runde. Die Rede hat Gewicht. Zum Finish der Rede muss der Chef seine Zuhörer zum Schmunzeln bringen. Niemand soll angekratzt heimgehen. Und schließlich, nach vier Stunden Meinungsaustausch und einer Abschlussrede wird das Essen reingetragen.

Nach guter alter Tradition

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Kondwani hat mir heute von seinem Leben erzählt. Schon mit 13 hat er angefangen das Geld für die Schule selbst zu verdienen. Mit seinem Bruder hat er Gemüse angepflanzt, den die beiden auf dem Markt in Malomo verkauft haben. Ein paar Jahre später hat er als Straßenverkäufer in Kasungu sein Geld verdient. In Lilongwe fing seine Karriere als Maurer an. Er war dort so gut, dass seine Kumpels anfingen ihn zu mobben. Allen Widrigkeiten zum Trotz hat er in Lilongwe so viel Geld verdient, dass er sich das Studium zum Maurer in Livingstonia leisten konnte. Seit ein paar Monaten lebt er wieder in seinem Heimatdorf und hilft seinem Vater, der krank ist. In Kaphatika hat er wieder Arbeit gefunden. – Es gibt sie, die jungen Männer, wie Kondwani, die aus ihrem Leben etwas machen. Aber genauso viele kommen noch nicht einmal auf die Idee mit einer Arbeit anzufangen. Nach guter alter Tradition lassen sie lieber die Frauen arbeiten. Heute früh um sieben Uhr habe ich Frauen getroffen, die Lehmziegel für den Hausbau herstellen.